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Juli-Landesvorsitzender stellt Sommerkampagne „Freiheitsflash“ vor ters. – Die „Julis“ treiben im Juni apokalyptische Gedanken um: „Den letzten Sommer der Freiheit“ sehen Niedersachsens „Junge Liberale“ (Julis) kommen, wenn man sich „den anti-freiheitlichen Tendenzen von CDU, SPD und Grünen nicht widersetzt“, wie es programmatisch beim FDP-Nachwuchs heißt. Dies den jüngeren Menschen im Lande klarzumachen und gleichzeitig ihr Interesse für Politik zu wecken ist das Ziel der Juli-Sommerkampagne, die der Landesvorsitzende Björn Försterling jetzt bei einer Sommerreise vorstellt. Anfang der Woche machte er in Cuxhaven Station.
Liberale bis 35 Jahre Försterling, Finanzbeamter in Wolfenbüttel und dort auch im Kreistag, steht rund 900 Mitgliedern der FDP-Nachwuchsorganisation im Lande vor. In Cuxhaven zählen sich 14 mehr oder weniger aktive junge Menschen offiziell zu den Julis. Auch vier der FDP-Landtagsabgeordneten fallen dank ihres jugendlichen Alters noch unter die Juli-Kategorie: Patrick Döring, Christian Dürr, der für die Region Cuxland zuständige Jan-Christoph Oetjen sowie Landes- und Fraktionschef Dr. Philipp Rösler, der auch im Bundesvorstand der Partei sitzt. Dass die Julis zumindest altersmäßig gut in Partei und Landtag vertreten sind, heißt aber nicht, mit allem auch einverstanden zu sein, was ihre „große“ Partei so treibt. Man arbeite derzeit intensiv daran, dem in Kürze zu verabschiedenden Wahlprogramm noch liberalere Züge zu geben, betonen Försterling und sein für Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Vize Florian Bernschneider. Stichtag ist übrigens der 7. Juli: Wenn in Cuxhaven das Landesfest gefeiert wird, brüten die FDP-Landesdelegierten über Programm und Landesliste. Försterling selber hofft, am Ende auf einem aussichtsreichen 13. Platz zu landen. Zurück zum „Freiheitsflash“, so der Titel der Juli-Sommerkampagne. Ihr Claim: „Die ... will Dir die Freiheit nehmen“. Der Juli-Vorwurf an die SPD richtet sich gegen die „ungerechte Einheitsschule“: „Statt Gleichheit am Ende wollen wir Gleichheit am Start“, so Försterling. Der CDU werfen die Julis den „knallharten Überwachungsstaat“ vor: „Wir wollen ein ausgewogenes Verhältnis von Freiheit und Sicherheit“. Und die Grünen wollen der Zielgruppe „die Freiheit nehmen, weil sie Dir vor schreiben wollen, was Du zu essen hast, Dir die Tafel Schokolade oder die Tüte Chips abends auf der Couch vermiesen wollen“. Juli-Position dagegen: „Wir wollen, dass alle Menschen ein erfülltes Leben führen können. Nein zu staatlicher Bevormundung!“ Insgesamt beklagen Försterling und seine Freunde, dass derzeit zu schnell zu Verboten gegriffen wird, statt Probleme anders zu lösen. Beispiel Rauchverbot: Die Diskussion sei gut gewesen – aber nicht das rigide Ergebnis. Das „Trio Schünemann, Schäuble, Beckstein“ steht bei den Jungen Liberalen besonders in der Kritik: „Immer wieder werden Vorwände gesucht, um Bürgerrechte einzuschränken – und jeder Schritt senkt die Hemmschwelle für weitere Einschränkungen.“ Deswegen übt man auch deutliche Kritik an der Landes-FDP, „wegen ihrer Zustimmung zum Polizeigesetz“. Eigene Akzente setzen Die Julis wollen eigene Akzente setzen, etwa in Sachen „Eigenverantwortliche Schule“. Bei einer Konferenz sei jetzt deutlich geworden, dass Schüler über die Schülervorstände zwar erheblich mehr Rechte bekommen sollen, was die Julis begrüßen, aber zu wenig darauf vorbereitet werden. „Wir fordern mehr Fortbildung, damit die Schüler die neuen Rechte auch verantwortungsvoll wahrnehmen können“, sagt Försterling, der meint, hierfür offene Ohren gefunden zu haben. Übrigens: Den Freiheitsflash der Julis kann man auch genießen – als Cocktail. Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet mehr unter www.julis-cuxhaven.de bzw. www.julis-niedersachsen.de.
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