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Modellversuch „ein massiver Eingriff in religiöse Autonomie“
cn/cew. – Die Jungen Liberalen Cuxhaven teilen die Einschätzung von Kultusministers Bernd Busemann (CDU), dass Parallelgesellschaften nur dadurch verhindert werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtung sich nicht nur tolerant begegnen, sondern ihren Glauben auch leben können.
Dem Versuch der Landesregierung, einen flächendeckenden Islam-Unterricht an den Schulen einzuführen, erteilen die JuLis eine klare Absage. Das teilte der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Thorben Bunck, in einer Presseerklärung mit. Aus Sicht der JuLis ist dieser Modellversuch ein massiver Eingriff in die religiöse Autonomie der Religionsgemeinschaft. Anstatt den Islam neben den christlichen Großkirchen und dem Judentum in die staatlich stark beeinflussten Religionen zu integrieren, sollten bei einem Modellversuch Ansätze gewählt werden, bei denen die Freiheit der Religionsausübung vor staatlichen Eingriffen bewahrt bleibt. Alle Versuche, weitere Religionsgemeinschaften in das deutsche Verflechtungsmodell von Staat und Kirche zu integrieren, werden keine Gleichheit im Sinne des Grundgesetzes herstellen, meinen die JuLis. Und: Es wird immer Religionsgemeinschaften geben, die diskriminiert und ausgegrenzt bleiben. Eine Gleichheit der Religionen wird es nur bei der Freiheit der Religionen geben.Daher erneuern die JuLis ihre Forderung nach Einführung eines reformierten Unterrichtsfaches Werte und Normen, das den Schülern eine differenzierte und distanzierte Betrachtung der Werte und Normen eigener und anderer Kulturen gewährt. Die Liberalen sind sich sicher: Nur wem Gelegenheit gegeben wird, über seinen eigenen Glauben zu sprechen und sich mit Menschen anderer Weltanschauung auszutauschen, fängt an, sich mit seiner religiösen beziehungsweise nichtreligiösen Identität auseinander zu setzen: „Dieses ist der besser geeignete Weg Parallelgesellschaften entgegenzuwirken.“ Quelle: Cuxhavener Nachrichten 03.06.2006
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