Angst vor dem Ideenwettbewerb!
November 11th, 2006 by Thorben
„Es ist Vorsicht geboten, wenn alles aber auch alles den Gesetzen des Marktes unterworfen und jetzt auch Bildung zur Ware werden soll“.
So die mahnenden Worte von Annegret Sloot, Vorsitzende des GEW-Bezirksverbandes Lüneburg, zur Eröffnung der „62. Pädagogischen Woche“. Die GEW will mit dem Titel „Nur noch lernen, was verwertbar ist – Alternativen zur neoliberalen Schulpolitik“ auf die aus ihrer sicht bestehenden Gefahren der eigenverantwortlichen Schule hinweisen.
Neoliberal?
Ein Trend der Linken zur Diskreditierung von Ideen Andersdenkender ist ungebrochen. Was in heutiger Zeit als „neo-liberal“ tituliert wird, ist häufig so abstrus, dass sich eine Beschäftigung damit nicht lohnt. Da aber ein unschuldiger Terminus, der die philosophische Grundlage unseres erfolgreichen Wirtschaftssystems, der sozialen Marktwirtschaft, legt, zu einem Totschlagargument gegen andersartige Denkansätze gemacht wird, kann man nicht hinnehmen.
Eine Beschäftigung mit dem Unwort Neoliberal folgt in einem der nächsten Beiträge in diesem Blog. Wenden wir uns lieber erst einmal den Inhalten zu:
Liberale Bildungspolitik
Spätestens seit der Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie wird in Deutschland über das Bildungssystem diskutiert. Die meiste Zeit wurde dabei über die Schulstruktur und die Überlegenheit von Einheitsschule oder strenger Dreigliedrigkeit debattiert. Dabei ist es offensichtlich, dass weder das eine, noch das andere Modell den Königsweg darstellen. Tatsache ist, dass wir guten Unterricht in den Schulen benötigen, egal in welcher Schulform! Hier setzt das Konzept der Freien Schule an. Niemand weiß besser, was für die Bildung eines Schülers das Beste sein könnte, als seine Schule und sein Umfeld vor Ort. Bildung muss endlich als ein Prozess verstanden werden, der zwischen Lehrern und Schülern und nicht zwischen Schulen und Ministerien stattfindet.
Es gibt tausend erlasse, die beispielsweise vorschreiben, wie groß eine Klasse sein soll und wie der Unterricht getaktet werden muss. Ob diese Regelungen etwas bringen, wurde nie bewiesen. Lassen wir in den Schulen die Leitung, das Kollegium, die Eltern- und die Schülervertretung entscheiden. So sollte jede Schule entscheiden können, welches pädagogische Konzept sie einsetzen möchte. So entsteht ein echter Bildungswettbewerb. Vorraussetzung dafür ist jedoch, dass die Schulen wieder die Freiheit bekommen, zu entscheiden, was in ihren Räumen und während des Unterrichts passiert. Sie entscheidet selbst, welche Lehrkräfte sie einstellt und ob sie einen Ganz- oder Halbtagsbetrieb fahren will. Kriterien für das Sitzenbleiben und einen notwendigen Schulwechsel müssen ebenfalls den Schulen überlassen bleiben. Das Ziel muss ein höchstmöglicher Bildungsstand der Absolventen sein. Der Weg dorthin darf nicht von der Politik aufoktroyiert werden!
Die Politik beschränkt sich in Zukunft nur noch auf drei bildungspolitische Aufgaben: Die Finanzierung von Bildung, die Festlegung von bildungspolitischen Mindeststandards und die Überprüfung dieser. Dadurch wird sie ihrer Verantwortung nach gleichem Zugang zu Bildung und nach Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schülern in vollem Maße gerecht.
Fazit
Die GEW scheint einzig die Besitzstandswahrung seiner Mitglieder im Auge zu haben und die Bedürfnisse und die bestmögliche Ausbildung unserer Kinder aus den Augen verloren zu haben. Es drängt sich der Veracht auf, dass die nackte Angst vorherrscht: Die Angst vor Wettbewerb!
Also, entlassen wir unsere Schulen in die Freiheit und aus den Fängen der Ministerialbürokratie. Für eine bessere Bildung, für unsere Kinder!
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.